MotoGP Runde 14 in Misano: Marc Márquez übernimmt WM-Führung

Marc Márquez und das Ducati Lenovo Team triumphierten in Misano und übernahmen damit die Führung in der Fahrerwertung. Ducati führt gleichzeitig auch die Konstrukteurswertung an. Francesco Bagnaia stürzt im Grand Prix am Sonntag.

An diesem Wochenende präsentierte sich Ducati vor heimischem Publikum auf dem Misano World Circuit „Marco Simoncelli“.

Márquez, der im ersten freien Training (FP1) am Freitag der Schnellste war, kämpfte sich zehn Minuten vor Ende des Trainings wieder an die Spitze zurück und belegte schließlich den zweiten Platz – knapp über eine Zehntelsekunde hinter der heutigen Bestzeit. Bagnaia, der am Vormittag auf Platz 18 lag, machte zu Beginn der Nachmittagssitzung einen Schritt nach vorne, was die Rundenzeit anging, konnte aber gegen Ende keinen entscheidenden Unterschied mehr machen.

Am Samstag musste Lokalmatador Francesco Bagnaia in Q1 antreten. Bagnaia hat sein Heimrennen schon zweimal gewonnen, doch nach dem Freitagstraining war er nur 19. In Q1 lief es für Bagnaia zwar etwas besser als in den Trainings, aber nach den ersten Versuchen lag er nur auf Platz 4. Nach einem Reifenwechsel versuchte er, seine Zeit noch zu verbesseren, aber nach zwei Fahrfehlern in den beiden letzten Anläufen beendete er Q1 auf Platz 4. In Q2 kämpfte Marc Márquez mit Marco Bezzecchi auf Aprilia um die Pole und musste sich schlussendlich mit einem Rückstand von 0.198 Sekunden geschlagen geben und startete auf Platz 2 in den Sprint und den Grand Prix.

Am Nachmittag sichterte sich dann Marc Márquez mit einer hervorragende Leistung den Sieg im vierzehnten Sprint der Saison. Márquez legte von Startplatz zwei einen hervorragenden Start hin und fuhr zunächst Seite an Seite mit Bezzecchi, bevor er diesen in Kurve eins überholte und die Führung übernahm. In der ersten Rennhälfte gelang es Marc, einen Vorsprung von einer Sekunde herauszufahren, und in der Schlussphase legte er noch einmal kräftig nach, um ein Comeback seines Rivalen zu verhindern. Bagnaia, der von Startplatz vierzehn ins Rennen gegangen war, beendete das Rennen nach einem Kampf in einer Sechsergruppe auf dem dreizehnten Platz.

Das Ducati Lenovo Team erlebte dann am Sonntag einen perfekten Tag auf dem Misano World Circuit „Marco Simoncelli“. Marc Márquez hatte wieder einen guten Start vom zweiten Startplatz und schob sich nach Bezzecchis Sturz bereits nach wenigen Kurven an die Spitze. Nachdem er in Runde sechs auf den zweiten Platz zurückgefallen war, holte sich Marc in Runde zwölf mit einem Überholmanöver gegen Jorge Martín in Kurve sechs die Führung zurück. In der Schlussphase verteidigte Marc erfolgreich den ersten Platz gegen seinen wiedererstarkten Bruder Alex. Bagnaia hatte einen großartigen Start aus der fünften Reihe und schaffte es bereits in der ersten Runde unter die Top Ten. Pecco stürzte dann in der sechsten Runde in Kurve zwei.

Nach dem vierzehnten Grand Prix der Saison führt Marc Márquez die Meisterschaftswertung mit 274 Punkten an. Francesco Bagnaia liegt auf Platz neun, 131 Punkte hinter seinem Teamkollegen. Das Ducati Lenovo Team belegt den zweiten Platz in der Teamwertung (417 Punkte), während Ducati die Konstrukteurswertung anführt (412 Punkte). Das Ducati Lenovo Team wird bereits am Freitag, dem 18. September, beim Grand Prix von Österreich in Spielberg versuchen, den Red Bull Ring weiter als Ducati Land zu etablieren.

 

Marc Márquez

#93 Ducati Lenovo Team

 SAMSTAG  Es war ein intensives Rennen, das vor allem von der Wahl der Hinterreifen entschieden wurde. Ich hatte den Medium-Reifen nach FP1 nicht mehr ausprobiert, aber ich sah, dass diejenigen, die ihn am Nachmittag eingesetzt hatten, deutlich konstanter waren, und das hat mich davon überzeugt, den Medium am Hinterrad zu nutzen. Ich habe auf die Daten von Ducati vertraut, und im Nachhinein haben wir die richtige Wahl getroffen. Der Schlüssel lag darin, gleich beim Start die Führung zu übernehmen und in den ersten Runden Druck zu machen, um zu verhindern, dass Bezzecchi mit dem weichen Reifen – genau wie in Aragón – den Unterschied ausmacht, und das Rennen dann von dort aus zu kontrollieren. Ich glaube, wir müssen uns bis zum Saisonende auf unsere Stärken konzentrieren, anstatt uns damit zu beschäftigen, was die anderen besser machen als wir. Heute Vormittag haben wir das wahre Potenzial des Motorrads ausgeschöpft, nachdem wir am Freitag noch etwas Kraft gespart hatten, und wir haben die maximale Punktzahl geholt.

 SONNTAG  Wir hatten ein gutes Rennen und ich bin zufrieden, vor allem, da Misano das Heimrennen für Ducati ist, aber es war ein hartes Rennen. Wenn man mit einem solchen Tempo fährt, kann man leicht einen Fehler machen. Das ist der Grund, warum ich, als ich Bezzecchis Sturz sah, das Rennen anders geplant habe und mich vielleicht etwas zu sehr entspannt habe. Nach und nach fand ich wieder zu meiner Pace zurück und gewann das Gefühl von gestern zurück. In der zweiten Rennhälfte habe ich versucht, meinen Vorsprung zu verwalten, und als Alex näher kam, habe ich wieder mehr Gas gegeben. Auf dieser Strecke ist es schwer zu überholen, wenn man nicht deutlich schneller ist als der Fahrer vor einem.

Francesco Bagnaia

#63 Ducati Lenovo Team

SAMSTAG  Das Rennen verlief mehr oder weniger wie erwartet. Leider kann ich nicht so fahren, wie ich es gerne würde, daher muss ich mit dem, was mir zur Verfügung steht, mein Bestes geben. Mir fehlt es noch an Gefühl, und ich fahre eher defensiv: Das Motorrad drängt beim Bremsen stark nach außen und lässt sich nur schwer zum Stehen bringen. Der Unterschied zu den anderen Ducati-Fahrern ist hinsichtlich des Fahrverhaltens und der Leistung deutlich zu erkennen, aber im Moment konnten wir den Grund dafür noch nicht herausfinden. Wir können nur weiter daran arbeiten, um das Blatt zu wenden.

 SONNTAG  Der Sturz tut mir wirklich leid, denn mein Team arbeitet sehr hart daran, mir die Voraussetzungen für ein gutes Ergebnis zu schaffen. Es stehen noch acht Rennen aus, und ich hoffe, dass wir den Verlauf der Saison noch wenden können. Ich gebe alles, vor allem während des Rennens, aber leider führt das fehlende Gefühl dazu, dass ich Fehler mache, sobald ich etwas Neues ausprobiere. Es ist schwer, diese Situation zu verkraften, aber wir müssen uns der Realität stellen und – trotz allem – weiterhin unser Bestes geben. Ich hoffe, dass es in Österreich etwas besser läuft.

Luigi Dall’Igna

Ducati Corse General Manager

Es war nach Aragón wieder ein großartiges Wochenende, das natürlich noch etwas ganz Besonderes war, da es sich um das Heimrennen von Ducati handelt, und es war wichtig, vor unseren Fans ein gutes Ergebnis einzufahren. Marc ist ein außergewöhnliches Rennen gefahren, so gut, wie wir es in letzter Zeit von ihm gewohnt sind. Ich glaube, er hat gelernt, alles im Griff zu haben, auch seinen Körper. Wie ich bereits zu Beginn der Saison gesagt habe, spielt die Zeit zu unseren Gunsten, und ich hoffe, dass wir so weitermachen können. Es stimmt zwar, dass wir an der Spitze der Gesamtwertung stehen, aber wir haben noch nichts erreicht: Wir müssen mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben und so weiterarbeiten wie in den letzten Rennen. Schade für Pecco, der einen guten Start ins Rennen hingelegt hatte. Ich hoffe, wir können das Blatt bald wenden, denn er verdient ganz andere Ergebnisse.

QUALIFYING 2

1. Marco Bezzecchi - Aprilia

2. Marc Márquez - Ducati

3. Fermin Aldeguer - Ducati

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SPRINTRACE

1. Marc Márquez - Ducati

2. Marco Bezzecchi - Aprilia

3. Jorge Martín - Aprilia

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RACE

1. Marc Márquez - Ducati

2. Alex Márquez - Ducati

3. Pedro Acosta - KTM

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